26.05.2019 – Birkenhainer Straße 1. Etappe

Impressionen von der Sonntagswanderung
Auf der 1. Etappe der Birkenhainer Straße – einem Teilstück eines uralten Fernhandelsweges – gab es viel zu erfahren und zu sehen. Wechselnde Landschaften begleiteten die Wanderung. Die 30 Teilnehmer waren begeistert und bedankten sich bei den Wanderführern Wolfgang Lippert und Winfried Faller für die sehr gut ausgearbeitete und gelungene Tour und freuen sich auf die nächsten Etappen.

Unterwegs auf der Birkenhainer Straße.

Die Spessartbund Ortsgruppe Kleinostheim hat den Fernwanderweg Birkenhainer Straße in seinen Wanderplan aufgenommen. Die Gesamtstrecke beträgt 71 km. Diese wichtige Handelstraßen gehörte zu den Reichsstraßen, war damit eine öffentliche Straße.

Die Birkenhainer Straße ist Teilstück eines uralten Fernhandelsweges, führt von Hanau im Westen über die Höhenrücken des Spessarts nach Osten bis Gemünden. Namensgeber war ein Birkenwäldchen nordöstlich von Geiselbach. Abt Ludwig vom Kloster Seligenstadt erschien 1527 persönlich in Geiselbach und ließ niederschreiben, …”dass der Wald und die Schäferei nicht verkauft, verkohlt oder geascht werden darf …”.

Die erste Etappenwanderung fand am 26.Mai statt, mit Start in Hanau-Neuwirtshaus an der alten B8 und ging bis Albstadt. Die ersten Meter auf der Birkenhainer Straße führten an einer Pferdekoppel entlang zu einem Freizeitgelände unter schönen Eichen, wo auch der Limesweg kreuzt. Die Autobahnbrücke der A45 wurde überquert Weiter ging es auf einem ebenen leicht begehbaren Weg.. Nach ca. 4 km ging es auf einem schmalen Waldpfad kontinuierlich aufwärts, entlang des Grenzsteinwegs zum Schäfersberg und Altenmarkkopf. An der Schutzhütte der Natur- und Vogelfreunde von Somborn mit Picknickbänken war es Zeit die Rucksackverpflegung herauszuholen. Der Golfplatz von Hofgut Trages ist nicht weit entfernt, aber für Wanderer gesperrt. Die Landstraße zwischen Albstadt und Oberrodenbach war zu queren. Immer noch im Wald kamen wir zur nächsten Straßenüberquerung zwischen Somborn und Neuses im Freigericht. Nun konnten wir die Feldflur mit ihren grünen Getreidefeldern bei schöner Fernsicht genießen. An der Schutzhütte an der Heiligenhöhe verweilten wir etwas (Foto).

Geradeaus ging es weiter bis zu einem alten Bildstock, im Volksmund Schwedenkreuz genannt. Errichtet im Jahre 1608 am alten Kreuzweg von Albstadt nach Somborn. Schwedische Truppen zogen im Dreißigjährigen Krieg 1631 daran vorbei um Hanau zu erobern; daher wohl der Name. Ein wunderbares Panorama über die Spessartberge und Dörfer des Freigerichts bot sich dem Blick der Wandergruppe.

Bald danach verließen wir die Birkenhainer Straße in Richtung Albstadt zu unserer Schlussrast im Weissen Ross. Die 13 1/2 km wurden in 4 Std. Wanderzeit zurückgelegt. Termin für die 2. Etappe ist der 8.September 2019. WF sind Wolfgang Lippert und Winfried Faller.

(Bilder und Text: )

Daten und Fakten

Termin:
26. Mai 2019
Zeit
09:00 bis 17:00 Uhr
Typ:
Ganztagswanderung, Busfahrt
Treffpunkt Ort / Zeit:
Parkplatz Goethestraße
09:00 Uhr

Anzahl Teilnehmer:
30

Organisation:
Winfried Faller
Wolfgang Lippert – 06027/8212
Wanderführung:
Winfried Faller
Wolfgang Lippert – 06027/8212

Wanderzeit:
ca. 4 Stunden
Strecke
13,5 km
Höhenmeter:  
154 Hm bergauf / 101 Hm bergab
Schwierigkeit
Mittelschwer

Kosten:
10 €

Bildergalerie

Die Wanderung ist auch im Wanderportal Outdooractive beschrieben.

Informationen zum Wandergebiet

(Quelle Wikipedia – Alles lesen..)

Die Birkenhainer (Land-)Straße ist ein mittelalterlicher Heer- und Handelsweg zwischen Rheinfranken und Ostfranken. Er verbindet auf 71 km Länge Hanau mit Gemünden am Main und verkürzt damit den Weg entlang des Mainvierecks durch die Wegführung über die nordwestlichen Ausläufer des Spessarts.

Der Name erscheint erstmals 1338 und rührt von der Waldabteilung »Birkenhain« bei Geiselbach her, in deren Nähe sich mehrere Wegebündel zu einer Hauptroute in Richtung Osten vereinigen. Die Trasse verläuft entlang der Bergrücken und vermeidet so ständige Auf- und Abstiege. Funde entlang der Straße deuten darauf hin, dass der Weg auch schon im 2. Jahrtausend v. Chr. benutzt wurde (Bitte Quelle angeben). Die Anlage des Kleinkastells Neuwirtshaus belegt die Nutzung der Straße in römischer Zeit. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt 810 n. Chr. (Bitte Quelle angeben). An der Straße wurde auch das Kloster Einsiedel angelegt. Im Mittelalter war sie Schauplatz von Überfällen der Spessarträuber auf die Handelstransporte. Die Straße war ein Teilstück der mittelalterlichen Verbindung Wien – Amsterdam. Nach dem 14. Jahrhundert verlor diese – zum Teil zweispurige – „Autobahn des Mittelalters“ durch den Neubau von Straßen entlang der Flüsse und Städte an Bedeutung.

Heute wird die Birkenhainer Straße nur noch als Wander- und Fahrradweg benutzt. Der Spessartbund hat den Weg mit einem schwarzen „B“ auf weißem Grund gekennzeichnet und hält ihn in Stand. Sie verläuft zu großen Teilen entlang der hessisch-bayerischen Landesgrenze. Entsprechend sind viele historische Grenzsteine entlang der Strecke erhalten.

Auch wenn weite Teile der Strecke heute zu Forstwegen umgewandelt worden sind, lassen sich gleichwohl noch Spuren des alten Fernreisewegs erkennen. Markante Spuren finden sich beispielsweise in der Nähe der Gemeinde Wiesen an der Kreuzung von Birkenhainer Straße, Eselsweg und Degen-Weg, westlich des Dr.-Kihn-Platzes, am Wiesbüttsee, entlang der heutigen Landesstraße L 2905 zwischen Wiesen und Flörsbach sowie östlich der alten Zollstation und früheren Herberge Bayerische Schanz. Sehr umfangreiche Spuren, unter anderem bis zu zehn Hohlwege nebeneinander, sind auf einem Bergrücken ca. 2 Kilometer nordöstlich von Ruppertshütten zu sehen. Im Zusammenhang mit den hier seit 2011 stattfindenden Ausgrabungen an der alten Wegstation „Kloster Einsiedel“ wurden auch Kleinabschnitte der alten Birkenhainer Straße freigelegt. Hier zeigt sich, dass die Straße an Teilstücken sogar zweispurig (für Verkehr und Gegenverkehr) angelegt war. In den Ausgrabungsabschnitten ist zu erkennen, dass es sich um einen künstlich angelegten, mit Fels und Stein befestigten Hohlweg handelte. Auf den Steinen sind die 1,50 m breiten alten Radführungsspuren zu erkennen. Der heutige Forstweg „Birkenhainer Straße“ führt zwar in der Nähe der alten Birkenhainer Straße vorbei, ist aber nicht deckungsgleich mit ihr.

Steckbrief zur Birkenhainer Straße: Gesamtstrecke: 71 km – Höhenmeter: 1864 m – Höchster Punkt: 527 m – Tiefster Punkt: 108 m

Man lebt nur einmal. Doch wenn man es richtig anstellt, reicht das voll und ganz. – Mae West